Rhizomsperre
Kann man dem Bambus nicht unbegrenzt viel Platz zur Verfügung stellen, bedürfen alle ausläuferbildenden Bambussorten (leptomorph) einer stetigen Beobachtung und entsprechenden Pflege durch ihren Besitzer. Diese Bambussorten gehören nicht in den Garten eines "faulen Gärtners". Als Faustformel kann man sagen: Je kleiner die zugewiesene Fläche, desto höher ist der Pflegeaufwand.
Die ungeheure Wachstumskraft mancher Bambussorten wird oftmals von vielen Bambusneulingen unterschätzt. Der Ausbreitungsdrang der Rhizome vollzieht sich aber nicht nur in tieferen Erdregionen, sondern kann auch dazu führen, dass Böschungsstufen nach oben erklommen werden. In einem Garten, den ich besuchte, war dies ein Höhenunterschied von ca. 1,70 m. Ob man die Rhizome nun durch eine Rhizomsperre, Hügelmethode oder einer anderen in dem Untermenü aufgeführten Methode eingrenzt hängt von der spezifischen Situation ab.
Rhizomsperrenmaterial
Vom Handel wird der Einbau einer Rhizomsperre (Polyethylen) empfohlen. Diese
Rhizomsperre besteht aus einer 2 mm starken Folie und hat eine Tiefe von 70 cm.
Sie wird von Hand oder mit Hilfe eines Minibaggers eingegraben. Nach
erfolgreichem Einbau schauen von der Rhizomsperre noch ca. 5 cm heraus, um
etwaige oberirdische Ausbrecher zu entdecken. Die Enden der Rhizomsperre werden
bündig zusammengeführt und mit einer Alu-Verschlussschiene verschraubt. Dabei
darf an der Innenseite keine Folie überstehen, um dem Rhizom nicht die
Möglichkeit zu geben, hinter die Rhizomsperre zu kommen. Dies könnte ein
Entweichen aus der Sperre zur Folge haben.
Warum bricht der Bambus aus?
In letzter Zeit mehren sich aber die Hilferufe, die von einem Ausbrechen der Rhizome berichten. Lassen sie mich die Ursache für dieses Ausbrechen kurz erläutern: Die ersten Jahre wird sich der Bambus mit dem ihm zugewiesenen Platz (Rhizomsperre) begnügen. Dann aber wird ohne Eingriff/Pflege die Nährstoffversorgung nicht mehr ausreichen und der Bambus wird sich seinen Weg nach draussen suchen, um an ausreichend Wasser und Nährstoffe zu kommen. Der dem Bambus zur Verfügung gestellte Platz muss in einem ausgewogenen Verhältnis zur Pflanze/Blattmasse stehen. Dies kann aber nur von einem umsichtigen Gartenbesitzer bewerkstelligt werden. Einen Phyllostachys zu pflanzen, bedarf einer ständigen Beobachtung und Pflege. Ohne Eingriff des "Menschen" wird der Bambus nicht auf seinem ihm zugewiesenen Platz innerhalb einer Rhizomsperre bleiben.
Weitere Methoden zur Bambuseingrenzung
Hügelmethode
Bei dieser Methode wird der Bambus auf einem natürlichen oder künstlich angelegten Hügel gepflanzt. Durch das horizontale Wachstum der Rhizome werden die Rhizome beim Verlassen des Hügels sichtbar und können dann abgetrennt werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte man dem Rhizomwachstum in der Zeit von Juni bis Oktober schenken.
Der Hauptnachteil dieser Methode besteht
darin, dass der Hügel ähnlich wie ein Kübel im Winter schneller durchfriert und
die Pflanze dadurch anfälliger für Frostschäden ist. Darüberhinaus trocknet der
Hügel natürlich auch schneller aus und man sollte dem Wasserbedarf der Pflanze
stärkere Beachtung schenken. Bei der Hügelmethode sollte man sich darüber im
Klaren sein, dass ein abtauchendes Rhizom schon mal übersehen werden
kann.
Grabenmethode
Bei der Grabenmethode wird um den Bambus bzw. um die für den Bambus vorgesehene Pflanzfläche ein 30 cm bis 40 cm tiefer Graben gezogen. Dieser Graben wird mit losem Material (Laub, Stroch, Mulch,...) aufgefüllt. Mehrmals im Jahr, besonders in der Zeit zwischen Juni und Oktober wird der Graben auf "flüchtende Rhizome" hin untersucht. Diese werden dann umgehend abgeschnitten. Genauso wie bei der Hügelmethode sollte man daran denken, dass ein abtauchendes Rhizom schon mal übersehen werden kann.
Abstechmethode
Die Abstechmethode ist vom Arbeitsaufwand her die optimalste Methode, um das Rhizomwachstum einzugrenzen. Mehrmals im Jahr wird um die dem Bambus zugewiesene Fläche 30 cm bis 40 cm tief und lückenlos um die Pflanze herum in die Erde gestochen. Hierdurch werden ausgebrochene Rhizome vom übrigen Rhizomsystem abgetrennt. Der Vorteil liegt auch darin, dass die abgetrennten Rhizome in der Erde verbleiben können, da die frischen Rhizome noch keine Wurzeln gebildet haben. Demzufolge werden sie auch nicht weiterwachsen bzw. austreiben. Das Restrisiko liegt wieder, genauso wie bei den vorangegangenen Methoden, bei Rhizomsträngen die durch gewisse Umstände tiefer wachsen.

