Bambus im Winter
Winterhärte
Die Winterhärte von Bambus ist genetisch vorgegeben und bewegt sich demzufolge in einem bestimmten Temperaturbereich (A bis B). Ob der Bambus nun bei Temperatur A oder erst bei Temperatur B Winterschäden erleidet, hängt von vielen Einflussgrößen ab. Einige dieser Größen lassen sich durch vorbeugende Maßnahmen beeinflusssen und können so, zu einer erfolgreichen Kultivierung beitragen.
Die Bambuspflanzen erreichen ihre volle Winterhärte erst nach einigen Jahren, wenn sich das Wurzelgeflecht in tiefere Erdregionen vorgearbeitet hat. So kann der Bambus auch bei Frostperioden, in denen der Boden nicht allzu tief durchgefroren ist, sein Wasserbedürfnis stillen.
Die Vermeidung von Winterschäden fängt mit der geeigneten Wahl der Bambussorte im Hinblick auf die klimatischen Verhältnisse in der betroffenen Region an. Fällt die Wahl dann aber dennoch auf eine Bambussorte dessen Kältetoleranz in einem für die entsprechende Region kritischen Bereich liegt, so ergreift man vorsorglich einige Maßnahmen (Winterschutz). (Als besonders winterharter Bambus sind folgende Bambussorten zu empfehlen: Phyllostachys aureosulcata und die dazugehörigen Formen, Phyllostachys atrovaginata, Phyllostachys bissetii und Phyllostachys parvifolia).
Ein Platz im Garten, der den Bambus vor austrocknenden Ostwinden schützt und zudem Schatten bietet wäre als präventiver Winterschutz ideal. Bei einem sonnigen Standort würde der Bambus bei gefrorenem Boden und direkter Sonneneinstrahlung zuviel Wasser verdunsten und es käme zu Vertrocknungsschäden. Zusätzlich stellt man um den Bambus noch einen Maschendrahtzaun (80 cm) und füllt diesen mit Laub oder Stroh, um ein schnelles und tiefes Gefrieren des Bodens zu verhindern. Den oberirdischen Teil des Bambusses bedeckt man mit einem Frostschutzvlies. Sollte der Standort eine Sonnenbestrahlung zulassen, kann ein Schattiergewebe oder eine Schilfmatte für Abhilfe gegen ein Austrocknen sorgen. Dies läßt sich allerdings nicht mehr bei größeren Bambussen bewerkstelligen.
Zusätzlich beeinflussen die richtige Düngung und die vor Wintereinbruch vollzogenen Schnittmaßnahmen die Kältetoleranz unserer Lieblinge. Die Vorgehensweise der Düngung ist in dem entsprechenden Kapitel beschrieben. Das Auslichten vor Wintereinbruch um ca. 30 % bewirkt, dass sich im Hinblick auf den Wasserhaushalt der Pflanze ein günstigeres Verhältnis zwischen Blattmasse und Wurzelballen bei gefrorenem Boden einstellt. So lassen sich Vertrocknungsschäden signifikant verringern. Bei einer Kübelhaltung muss ein zusätzlicher Schutz vor einem Durchfrieren des Kübels sorgen. Dazu wird der Kübel mit einer Luftpolsterfolie oder einem anderen isolierendem Material umwickelt.
Winterschäden
Beim Bambus kann man drei Winterschadensmerkmale beobachten: Blatt-, Halm- und Rhizomschäden.
1. Der Winterschaden geringster Ausprägung schlägt sich bei den Blättern nieder. Dabei beschädigt der Frost die Blattzellen und die Blätter trocknen aus. Die vertrockneten Blätter sollten auf keinen Fall abgeschnitten werden. Denn wenn die Achselknospen noch intakt sind, werden im Frühjahr neue Blätter austreiben.
2. Bei stärkerem Frost können die Blattaugen oder Knospen in Mitleidenschaft gezogen werden. Demzufolge können sich keine neuen Blätter bilden und der Halm ist verloren. Dann hilft nur noch bodenebenes Abschneiden und das Warten auf den Neuaustrieb. Der Halm kann aber auch direkt durch Frosteinwirkung zu Schaden kommen. Äußerlich sieht man das an den schwarzen Verfärbungen des Halmes. Diese Verfärbungen müssen aber nicht zum Absterben des Halmes führen.
3. War die Frosteinwirkung so stark, dass das Rhizomsystem geschädigt wurde, bedeutet dies den Verlust der Pflanze. Dieser Fall tritt allerdings nur ein, wenn die Rhizome über einen längeren Zeitraum dem Frost ausgesetzt sind (Kübelhaltung).
Am häufigsten treten aber Vertrocknungsschäden auf. Da Bambus zu den immergrünen Pflanzen gehört, benötigt er an frostfreien Tagen zusätzliche Wassergaben. Die denkbar unglücklichste Wetterkonstellation ist in diesem Zusammenhang ein gefrorener Boden, Sonneneinstrahlung und ein austrocknender kalter Ostwind. Tritt diese Konstellation über einen längeren Zeitraum auf, kommt es zwangsläufig zu Schäden.

